Fotoshooting mit Kindern

Vor kurzem habe ich ja bereits darüber berichtet, im April gibt es wieder eine neue Aufgabe zu meistern, die Erstkommunion meiner Nichte Kathi soll fotografiert werden (Link). Nun, da letztes Wochenende das geplante Studio – Shooting mit Kathi war, möchte ich an dieser Stelle etwas detailierter auf die Kinderfotografie und meine Erfahrungen damit eingehen.

Zum Ersten eine wichtige Erfahrung vorweg, ein Shooting mit einem Kind kann ungeahnt schwierig sein und auch zugleich ungeahnt lustig, je nachdem ob der Funke überspringt oder nicht.
Es ist bei Kindern immer so eine Gratwanderung, entweder sie haben Lust und alles ist super oder sie haben keine Lust und nichts funktioniert.
Genau deshalb ist es auch besonders wichtig, das junge Model bei Laune zu halten 😉

Wer hätte es gedacht, aber wie auch bei ausgewachsenen Menschen ist ein wenig Einfühlungsvermögen nie verkehrt, man sollte versuchen das Kind nicht so gefühlvoll wie ein Panzer zu überollen, vielmehr sollte das Kind aus sich selbst heraus kommen, eigene Posen machen, natürlich sein! Nichts ist unschöner als ein deutlich gestelltes gar erzwungenes Portrait.
Das Spiel vor der Kamera sollte daher nach Möglichkeit wirklich ein Spiel sein, alle müssen daran Spaß haben, also plant nach Möglichkeit einzelne ‚Spaß – Aktionen‘ wie z.B. Hüpfen, Drehen usw. ruhig mit ein.

Wie es in der Fotografie nicht selten der Fall ist gehört Spontanität speziell bei Kindern fest dazu, sturr sein Program durchziehen ist genau das, was den oben erwähnten Spaß sofort zur Nichte macht. Das bedeutet nicht, man sollte gänzlich ohne Planung in das Shooting gehen, ein grober Ablauf ist Pflicht und hilft allen Beteiligten, nur zu strenges daran festhalten ist Gift für die Atmosphäre.

Speziell wenn Kinder das erste mal in ein Studio kommen, wie es z.B. bei Kathi der Fall war, erschlägt die ganze Technik das arme Kind, daher hilft es sich 5 Minuten Zeit zu nehmen und dem Kind die größten und wichtigsten Dinge zu erklären, denn vor einer Lampe hat niemand Angst – vor einem großen schwarz / weißem Ungetüm schon.

Abschließend sind meine Erfahrungen und Ratschläge natürlich keine Geheimtipps, vor allem der Umgang mit Kindern ist immer sehr individuell und stark vom Alter und Charakter abhängig. In meinem Fall ist Kathi 9 Jahre und an sich eine eher schüchterne Persönlichkeit, die den ungewohnten Umfang an Aufmerksamkeit sehr genoß und nach kurzer Phase schön aus sich heraus kam.

Mein neues Großprojekt – eine Kommunion

Da hat das neue Jahr gerade begonnen, ja ich weiß, dass Ende Februar ist, geht es auch schon wieder weiter mit der Fotografie. Diesmal wurde ich gefragt, ob ich die Kommunion meiner Nichte fotografieren würde.
Natürlich sagte ich ja und bin zugleich Stolz, da ich anscheinend keinen schlechten Job bei der letzten Hochzeit gemacht habe.

Nun, die Kommunion der kleinen Kathi ist im April, somit habe ich also wieder etwas Zeit mich darauf vorzubereiten, und mit der Erfahrung durch die Hochzeit hab ich gleich ein paar Punkte, die ich diesmal besser machen möchte.
So habe ich versucht meine Fragen bereits im Vorfeld in einem Gespräch zu klären, um so die Erwartungen und Möglichkeiten besser heraus zu finden.

Die gewünschten Aufnahmen beziehen sich überwiegend auf die Feierlichkeit, da die Kirche für die Kommunion einen eigene Fotografen beauftragt hat. Zusätzlich zur Feierlichkeit sind Portraitaufnahmen und eine Gruppenaufnahme vor der Kirche gewünscht.
Bei den Portraits stellt sich mir gleich die Frage – „Wie sieht die Location aus ? Besser On-Location oder Studio im Vorfeld ?“ Nun, da noch nicht feststeht wo gefeiert wird, ist diese Frage ganz klar mit Studio zu beantworten, sofern Zeit und Möglichkeit besteht kann ich schließlich immer noch On-Location einzelne Portraits aufnehmen.
Die Portraitaufnahmen der kleinen Kathi sind natürlich die wichtigsten Aufnahmen für diesen Tag, ein verwackeltes Foto von Onkel Ernst bei Kaffee & Kuchen ist schließlich leicht zu verschmerzen. Im Studio haben wir zudem unsere Ruhe und erhöhen damit auch die Chancen auf gute Ergebnisse.

Beim Thema Ausrüstung kann ich aus meiner Hochzeitserfahrung profitieren, richtig es war nur 1 Hochzeit bisher, hier wurde es bei der eigentlichen Feier für mich schwer, da mein Sigma 18-125 nicht sehr lichtstark und ich auch noch nicht sehr geübt mit dem Blitz war. Aus diesem Grund habe ich mir bereits vor geraumer Zeit das Tamron 28-75 f1/2,8 zugelegt, mit dem ich auch bereits erste Partyerfahrung inkl. Blitz sammeln konnte.
Dazu werde ich die weiteren Aufnahmen mit meinem neuen 70-200 f1/2,8 machen, um im Verlauf des Tages diskret aus der Entfernung schöne Situationen einfangen zu können, evtl. spielt das Wetter und die Zeit ja mit und wir können noch einzelne On-Location Portraits schiessen.

Die nächsten wichtigen Schritte sind für mich nun wie folgt,

  • Noch offene Fragen bzgl. Location klären
    Sobald die Location feststeht, werde ich dort einfach mal auf einen Kaffee und zwei Fotos vorbei schauen, so habe ich im Vorfeld schon eine Vorstellung von schönen Orten bzw. weiß ich wo es kompliziert werden kann.
  • Fotoliste abstimmen
    Im Gegensatz zur Hochzeit werde ich mir aber keine Liste ausdrucken und mit dieser die Feier zu begleiten, es ist vielmehr eine geistige Liste die ich im Kopf als Leitfaden versuche zu nutzen.
  • Studioshooting vorbereiten und durchführen
    Der Studiotermin steht bereits fest, und liegt 2 Wochen vor der Kommunion, hier gehen wir aufgrund der guten Erfahrung wieder ins Mietstudio NRW. Die Vorbereitung hierzu laufen, wir erstellen uns eine kleine Roadmap, um die geplanten 2 Stunden für Kathi so spielerisch und locker wie nur möglich zu machen.

Das wars für erste von meiner Seite zur anstehenden Kommunion, natürlich schreibe ich wieder über die weiteren Schritte, falls Ihr gute Tipps habt, freu ich mich über Feedback, sei es per Kommentar oder eMail.