Unser Fotostudio – Wir bauen uns eine Hohlkehle

Wer mir bei Twitter oder Facebook folgt weiß es bereits, immerhin habe ich tagelang über nichts anderes gesprochen :), wir haben uns in unserem neuen Fotostudio eine Hohlkehle gebaut.
 
Nun, die Idee bzw. der Plan für den Bau einer Hohlkehle stand bereits von Anfang an fest, doch hatten wir dem Bau nicht so viel Zeit bemessen wie er im Endeffekt tatsächlich benötigt hat. An dieser Stelle auch gleich der erste Rat von mir an alle die ebenfalls so ein Projekt planen, kalkuliert Puffer ein !
Unser Puffer betrug 1 Woche und wurde vollständig benötigt, wir sind letzten Sonntag Nachmittag fertig geworden – exakt 1 Woche später als ursprünglich geplant.
 
Der Aufbau an sich ist relativ einfach, jedoch sehr zeitaufwändig. Als Dokumentation für meine Enkel, und als Basis für diesen Beitrag habe ich unser Projekt sofern es möglich war mit der iPhone Kamera begleitet, hier seht Ihr nun wie sich unsere Hohlkehle aus der Idee heraus langsam entwickelt hat :
 
Der Raum

Vorbereitend ging es natürlich darum, den Raum vorzubereiten, zunächst waren die Maler an der Reihe und es wurde anschließend alles gereinigt und vermessen, damit wir die Hohlkehle auch an die richtige Stelle bauen.
 
Die Eckdaten, die Bühne ist ca. 4,08m breit und hat eine Höhe von etwa 3,50m. In Anbetracht, dass wir das Papierhintergrundsystem an der Oberkante der Rückwand montiert haben, gingen ca. 20-30cm Nutzfläche verloren, somit können wir mit einer Höhe von etwa 3,20m fotografisch arbeiten.
 
Das Grundgerüst
Als Grundgerüst haben wir 22mm Dachlatten verwendet, diese wurden mit 8x80mm Schrauben und Dübeln in der Wand verschraubt und durch Unterlegen von unterschiedlichen Plättchen bzw. Leisten, haben wir die Unebenheiten der Wand so ausgeglichen, dass das Gerüst eine nahezu plane Oberfläche bot.
 
Die Rückwand
Mit Fertigstellung des Grundgerüsts haben wir die Rückwand verschraubt, hierzu kamen 8mm starke Holzplatten zum Einsatz, welche wir mit 4,5x30mm Schrauben am Grundgerüst fixiert haben. Aufgrund des hohen Gewichts der Rückwand haben wir diese in insg. 6 Teilplatten mit etwa 1x2m geschnitten, eine Montage von größeren Platten war schlicht nicht möglich.
 
Die Basis für die Hohlkehle
Die Hohlkehle selbst ist natürlich das Herzstück und hier wollten wir eine möglichst hohe Festigkeit erreichen, natürlich mit der Gewissheit, dass ein evtl. zukünftiger Fehltritt nicht abzufangen ist. Als Basis haben wir uns beim Schreiner 6 Platten mit 35mm Stärke und einem Radius von 65cm zusegen lassen.
Diese Stützplatten wurden dann mittels Winkel am Grundgerüst der Rückwand ausgerichtet und ebenfalls mit unseren 8x80mm Schrauben in der Wand verschraubt.
 
Die Bühne
Für die Bühne nutzten wir 22mm starke und wasserresistente Spanplatten, diese wurden an der rechten Wand ausgerichtet, verlegt, und zunächst miteinander verleimt. Später kamen an jeden Übergang noch Stahlbleche um somit die Bühne zu einer festen Einheit zu verschrauben.
 
 
 
Schleifen & Spachteln
Wenn auch noch so gut ausgerichtet, Fugen und Übergange entstehen immer, daher haben wir mit Abschluß der Rückwand und Bühne alle Fugen kontrolliert, geschliffen, verspachtelt und wieder geschliffen. Hierbei sind unzählige Bögen Schleifpapier (60er/80er & 180er Körnung) und gefühlte 5 Kubikmeter Spachtelmasse verbraucht worden. Ihr glaub ja nicht, wenn man genau und pingelig hinschaut, wieviele Fugen, Ansätze und Unebenheiten man finden kann 😉
 
Montage der Hohlkehle
Am Ende haben wir uns dann der eigentlichen Hohlkehle gewidmet, als Meterial haben wir uns hier für 3mm starkes und biegsames Holz entschieden. Dieses wurde mit kleinen Schrauben (4x20mm) sowohl in Holzleisten bündig zur Rückwand, als auch unten bündig verschraubt. Für weitere Stabilität und eine gleichmäßige Biegung gingen ebenfalls etliche Schrauben in die vorgesägten Schützplatten darunter.
 
Heute, fast 1 Woche nach Fertigstellung bin ich persönlich ganz zufrieden, wir hatten keine größeren Probleme die unüberwindbar schienen oder gar Unfälle mit medizinischem Bedarf. Die Bühne ist für meinen Geschmack wirklich stabil geworden und ich freue mich auf den ersten Einsatz am kommenden Wochenende !
 
Übrigens, mit etwas Aufräumen und Farbe sieht es heute so aus :
 

 
Was ich heute anders machen würde ? Als wohl wichtigsten Punkt, würde ich qualitativ hochwertigere Schrauben & Dübel nutzen, hier hatten wir die meiste Mühe, da die Schraubenköpfe schnell rund wurden und die Dübel sich gerne im Loch mitdrehten. Sonst würde ich eine bessere Leiter nutzen wollen, unsere war schon etwas arg wackelig und bei ~3,50m Höhe bekam ich da schon den einen oder anderen Adrenalinschub 😉
 
Ein letztes Wort noch zu unserem Projekt, ich bin weder Schreiner noch professioneller Hohlkehlenbauer 🙂 Daher ist dies nur unser Weg, es gibt mit Sicherheit noch andere Wege bzw. Lösungen die um Längen besser und schöner sind. 😉