Hochzeitsfotografie – Mein Dresscode

Die Hochzeitssaison geht langsam aber sicher dem Ende zu und da Hochzeiten immer ein beliebtes Thema bei Fotografen, egal ob blutiger Anfänger, Semi- oder Vollprofi sind, was liegt da näher als dieses Thema einmal zum Ende der Saison aufzugreifen und ein paar Gedanken darüber zu schreiben.

Speziell get es mir heute um den Dresscode eines professionellen Hochzeitsfotografen, denn spätestens wenn es darum geht mit Hochzeiten Geld zu verdienen, stellt sich oft die Frage wie man als Fotograf auf einer Hochzeit auftreten sollte. Was angemessen ist, und was nicht.

Doch so viele Fragen wie es hierzu gibt, so viele Antworten bekommt man auch wenn man Hochzeitsfotografen oder Brautpaare und Gäste fragt. Jeder Fotograf hat dabei seine eigene Philosophie, so habe ich bereits Meinungen gehört, wo es ausschliesslich um die Bequemlichkeit geht, bis hin zu Anzug und Krawatte.

Natürlich stellte sich auch mir vor einiger Zeit diese Frage als es ernst wurde und ich habe lange überlegt und viele Diskussionen geführt, immer um die eine Frage – Was ist angemessen und was professionell ?

Mir persönlich ist es wichtig, als offizieller Fotograf auf einer Hochzeit auch als solcher erkennbar zu sein, nicht, dass ich auffallen möchte, doch ermöglicht es mir ungestörter zu arbeiten, was mir gerade für die kreativen Aufnahmen sehr hilft. Auch hilft es den Gästen, wenn in einer Situation ein spezielles Foto, z.B. Von Tante Klara aus Buxdehude, gemacht werden soll mich zu finden, ohne nach dem Typen mit der dicken Kamera zu suchen. 😉 Doch hierbei gibt es auch immer die Gefahr der Übertreibung, zu aufdringlich zu sein, denn ein großer Schriftzug auf dem Rücken, dazu evtl. noch ein Cap und 34 Logos auf jeder freien Fläche wirken dann doch eher lächerlich statt professionell 🙂 Doch wo ist der Grad zwischen Witzfigur und dezent, zurückhaltend und professionell ?

Meine aktuelle Lösung ? Zur Zeit trage ich auf Hochzeiten ein schlichtes schwarzes Hemd, ja ja wieder das Klischee mit schwarz ;), welches ich mir am Kragen mit meinem Logo bestickt haben lasse. So bin ich auch ohne Kamera, ja das kommt bei mir auch hin und wieder vor :), für die anderen Gäste immer leicht zu erkennen ohne direkt nach 'Hilfe ich brauche Aufträge' zu schreien. Dazu geht es bequem weiter, meist eine Jeans und schwarze Sneekers, damit kann ich problemlos über den Boden robben, mich in den Dreck werfen und habe immer dieses zufriedene Lächeln auf den Lippen, schließlich ruiniere ich keinen Anzug oder teure Lederschuhe …

Doch nun genug zu meiner Lösung, vielmehr interessiert es mich, wie Ihr das so handhabt, was sind Eure Erfahrungen, egal ob als Fotograf, Gast oder gar Brautpaar !

Was haltet Ihr für angemessen oder auch völlig daneben ?

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8 comments

  • Jörg September 19, 2012  

    Wir handhaben das genau so wie Du. Bei reinen Standesamtsbegleitungen dunkle Hose und ein schwarzes Polo mit Logo auf dem Rücken und bei Kirchlichen Hochzeiten wieder dunkle Hosen und schwarze Oberteile (Hemd bei mir und Bluse bei meiner Frau). Dazu bequeme Schuhe, in der Regel auch dunkle Schuhe und keine ausgelatschten Turnschuhe. Damit fällt man nicht sonderlich auf zwischen den dunklen Anzügen und kann trotzdem noch sehr bequem und flexibel agieren, auch mal auf dem Boden liegend!

    Toller Artikel – zu einem oft diskutierten Thema! Danke dafür.

    LG Jörg & Stephanie Langer
    http://www.hochzeitsemotionen.de

  • Andre September 21, 2012  

    Meine Meinung:

    So wie das Brautpaar, muss sich auf der Fotograf wohlfühlen. Habe einmal einen Anzug angehabt und dann nie wieder. Man wirft sich einfach nicht überall da hin, wo man es sonst vielleicht machen würde.

    Bei mir, wenn ich mal was mache, Lederschuhe, Jeans oder Stoffhose und dann ein Hemd, manchmal mit Jacket

  • Lorenz Masser September 21, 2012  

    Darüber habe ich auch schon oft mit Kollegen diskutiert. Ein schwarzes oder weißes Hemd muss es mindestens sein und bei gehobeneren Hochzeiten ist der Anzug trotzdem Pflicht finde ich, man will nicht durch schlechte oder unpassende Kleidung heraus stechen.

    Logos sollten wie du geschrieben hast eher dezent eingesetzt werden, da sie ansonsten einen negativen Effekt erzielen.

  • Reinhard Michel Dezember 24, 2012  

    Ich trage auf allen Hochzeiten einen dunkelgrauen Maßanzug schwarzen Anzugsschuhen. Den lasse ich mir alle 2 Jahre in Hongkong oder Bangkog schneidern. Nach 2 Jahren ist so ein Anzug nämlich durch. Dasmit lege ich mich genauso auf den Boden und in den Dreck. Sehr oft muss ich Ihn auch nach einer Hochzeit in die Reinigung geben. Alle meine Hochzeiten sind meistens sehr chic und nobel, es wäre ein absulutes Unding eine Jeans anzuhaben.

  • Uwe Februar 7, 2013  

    Als Fotograf habe ich in erster Linie meinen Job gut zu machen. Ss gibt zu Jeder Jahreszeit passende bekleidungsstücke. Sie müssen funktionell sein und ein Anzug würde mich mit zwei Bodies an der Hüfte eher behindern . Selbst hochkarätiges Publikum nimmt mich auch ohne Armanicode als den netten und kreativ arbeitenden Menschen wahr. Es ist keine Frage der Kleidung, hier ist die Ausstrahlung gefragt. Selbst mit Jeans, adäquatem Shirt und passendem Schuhwerk kann mein Bekleidungswert deutlich höher ausfallen als ein 400€ Anzug. Das kann es also nicht die Messlatte sein. Wenn dann auf einem Gig noch lange nach mir gesucht werden muss, läuft grundsätzlich etwas schief. Als Peopleshooter muss man eben auch ein bischen Entertainer sein – auch das ist Bestandteil der Arbeit, für die bezahlt wird. Oder erwartet ihr in einem guten Lokal etwa eine Servicekraft im kleinen Schwarzen, aber ohne Charme? Also macht es über die Person und die Ergebnisse aus und nicht über den Dresscode der Gäste. Die wissen schon zu schätzen, wenn einer seine Arbeit gut ausführt.

  • Also ich sehe das ähnlich wie du, in meiner Fotografenausbildung musste ich immer einen Anzug tragen, ich habe mich nie richtig darin wohl gefühlt da ich auch gerne mal auf dem Boden rumliege um die perfekte Perspektive zu habe. Ich trage jetzt ein weißes Hemd, ein schwarzes Sakko mit sehr modernem sportlichen Schnitt, eine dunkelblaue Jeans mit einem edlen Gürtel. Dazu dann noch bequeme braune Lederstiefel die perfekt eingetragen sind, wo ich aber auch gut Grip habe falls ich den brauche. Im Grunde haben sich meine Kunden an meine Fotos angepasst, also heutzutage alles ein wenig lockerer als früher. 🙂

  • Hm, ich gehe auch ein bisschen anders an die Sache ran. Mein Ziel – mal abgesehen von den (wenigen) gestellten, «offiziellen» Fotos – ist es, möglichst wenig als «gebuchter» Fotograf aufzufallen. Finde es immer ganz nett, wenn ich gefragt werde, woher ich das Brautpaar kenne. Logo auf dem Hemdkragen fände ich da gänzlich unpassend. Stattdessen schicker, aber bequemer Anzug, manchmal sogar mit Krawatte, gut eingetragene Lederschuhe (wie mein Vorredner), aber ansonsten eben ein Look wie die Gäste. (Wenn da die beiden Kameras am Mann nicht wären.) Jetzt bin ich gerade noch auf der Suche nach einer schicken Schleife, wäre doch praktischer als die Krawatte, die da baumelt … Gruß! Klaus

  • Martin Kleinheinz Oktober 30, 2015  

    Ich frage im Vorgespräch beim Kunden nach einem Dresscode. Allerdings gibt es gewissen Standards wie ich finde.
    So sollte ein weißes sowie ein schwarzes, wie du schon sagtest, am Kragen besticktes Hemd nicht fehlen. Hellblau geht auch noch. Sakko ist manchmal ebenfalls ok. An anderen Tagen too much.
    Bei den Hosen reicht oft eine Jeans. Manchen Kunden ist das jedoch zu legere. Deshalb empfehle ich immer eine saubere chino Hose im Schrank zu haben.
    Bei den Schuhen greife ich entweder auf schwarze Schnürschuhe, clarks oder desert Boots zurück. Klassisch und zeitlos.
    Viele Grüße und danke für den Artikel!
    Martin Kleinheinz

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